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Martijn

Das letzte Paar „Weihnachtssocken“ ist fertig! Yeah! Trommelwirbel! Applaus! NUR knapp 3 Monate nach Weihnachten. OMG so langsam war ich noch nie.

Das kam aber auch dadurch, dass

a. ich zu spät angefangen hatte.*pfeif*

b. ich mir vorgenommen hatte 4 Paar zu stricken … in den Größen 37, 43, 43 und 45 … das dauert.

c. ich zwischendurch noch einiges anderes gestrickt bzw. genäht habe.

d. mir dann das Muster nicht mehr gefiel und ich den fertigen Strumpf wieder komplett aufgeribbelt habe.

e. ich bestimmt 3 mal neu angefangen habe, bis ich ein Muster hatte, das mir richtig gefiel.

Na, das sind doch alles gute Gründe, oder? Glücklicher Weise ist unser Jüngster da ganz entspannt und freut sich auch im März noch über Weihnachtssocken. Na ja, fertig sind sie schon seit 1 Woche … aber ich musste sie ja noch „gut in Szene setzen“ bevor ich darüber bloggen konnte.

Die Wolle ist von „Drachenwolle“ und heißt: Ein und Alles – Merino Sockenwolle. Dieses Garn habe ich schon vor 2 Jahren auf dem Schwabsburger Wollfest gekauft. Eigentlich wollte ich daraus ein Tuch stricken, weich genug wäre es auch absolut, aber das Muster kam bei der Färbung überhaupt nicht schön raus. Und so lag es nun 2 Jahre in einer meiner Wollkisten und ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Bis ich dann die Idee mit den Socken bekam. Und ich muss sagen, mit dem Muster gefällt mir die Färbung echt total gut! Und ich war schon beim Stricken begeistert von der Qualität der Wolle, so weich und so gut zu verstricken, auch das mehrmalige Auftrennen hat sie mir total nicht übel genommen.

Die Socken haben am Schaft ein einfaches Rechts-Links Muster, eine ganz normale Bandspitze und eine sogenannte After Thought Heel (nachträglich eingestrickte Ferse). Die Besonderheit der Ferse ist, dass bei selbstmusternden Garnen oder Garnen mit Farbverlauf, das Muster beziehungsweise der Farbverlauf nicht durch die kurzen Reihen der Ferse unschön unterbrochen wird. Es ist eine sehr harmonische, weil symmetrische, Fersenform, darum sieht sie auch immer am besten aus, wenn man die Ferse in einer anderen, kontrastierenden Wolle stricken möchte. Ein Beispielfoto zeige ich euch morgen.

Eine der Teststrickerinnen schrieb:

Das Muster lässt sich prima stricken. Nicht langweilig, aber auch nicht zu viel Aufmerksamkeit fordernd. Da kann man noch nebenbei schnacken oder fernsehen 😉

… und genau so ist es, besser kann man es nicht sagen. Solche Muster mag ich ja … und wenn das Muster dann auch noch in mehrfarbiger, musternder Wolle gut raus kommt, dann bin ich begeistert. Denn wie oft bin ich nicht schon der Verführung erlegen, ein paar Knäuel dieser oh so schönen, bunten Färbungen zu kaufen und wusste dann später nicht, was ich daraus machen soll. Denn wenn die Wolle von selbst mustert, dann frisst das oft jedes eingestrickte Muster, will sagen, eingestrickte Muster sind dann nicht als solche erkennbar. Aber immer nur glatt rechts stricken ist ja sooooo öd. Also fristet die schöne Wolle ein trauriges Dasein in dunklen Wollkisten. So Schade!

Und weil ich weiß, dass viele andere Wollsammlerinnen Stricker/innen ein ähnliches Problem haben und damit all diese wunderschönen bunten Knäuel endlich aus den Kisten erlöst werden können, ist die Anleitung für die Socken „Martijn“ ab heute in den Sprachen Deutsch und Englisch bei Ravelry und in meinem Etsy Shop erhältlich.

 

 

Wolle: Drachenwolle, Ein und Alles – Merino Sockenwolle
Muster: Martijn von Marina Pitzer

Ranken

Wie ich hier schon erzählt habe, war ich Anfang Juni auf dem Schwabsburger Wollfest. Dort habe ich mich am Stand der Frau Reinschmidt (Wollerey) total verliebt in ein kleines hübsches Tuch, dass sie dort ausgestellt hatte. Also mal eben ausgeblendet, dass ich hier zu Hause noch Wolle für mindestens 12 Tücher liegen habe – so viele Tücher braucht kein Mensch, aber ach – und habe mir die Wolle, 2 Strängelchen feinste italienische Seide, mit der Anleitung für das Tuch gekauft.

Zu Hause war das Wickeln der Stränge ein Geduldsspiel – nicht grade meine größte Stärke – schöööööön langsam musste ich an der Kurbel drehen und zwischendurch immer wieder verhedderte Fadenstücke im Strang sortieren (ich hatte die Stränge ganz vorschriftsmässig auf die Haspel gespannt, trotzdem …). Phew. Aber nachdem ich die Anleitung endlich per E-mail erhalten hatte, wollte ich doch schnell anstricken. Die Anleitung ist für ein grösseres Tuch, das Ranketuch, geschrieben. Die vorzunehmenden Anpassungen für das kleine Tuch, welches ich wollte, standen in der E-mail. Für meinen Geschmack hätte das etwas ausführlicher sein können, denn obwohl ich eigentlich doch eine sehr erfahrene Strickerin bin, hatte ich an dem Anfang echt zu knabbern. Kann sein, dass es auch mit daran lag, dass ich grade ziemlich erkältet war oder vielleicht auch nur einfach blöd auf dem Schlauch rumstand, aber es hat mich doch echt fast zur Verzweiflung gebracht, nie passten Maschenzahl und Muster zusammen. Gut, dass Brigitte von Allerlei Strickerei neben mir saß und mir mit Tat und Rat zur Seite stand. Wir haben es dann hingekriegt und ich habe meine Notizen dazu in meinem Ravelry-Projekt festgehalten … für die Nachwelt … für mich, falls ich das Tuch nochmal stricke … für meine Schwester und ihre Freundin … für alle die es interessiert.

Nachdem der Anfang jedoch einmal gemeistert war, ging es echt gut. Ich hatte mir jeweils zwischen die Mustersätze fleissig Maschenmarkierer gehängt und ab da war es a piece of cake. Also man muss sich schon auf das Muster konzentrieren, aber es macht Spaß und zusammen mit der Wolle, macht es schon fast süchtig. Darum war das Tuch auch recht schnell fertig. Nun ist es gewaschen und gespannt und kann ich es hier stolz präsentieren.

Voilá … mein Ranketuch

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Getragen habe ich es auch schon. Die Seide fühlt sich schön kühl an, also genau das richtige um sich, auch im Sommer – der ja eigentlich keiner sein will – dekorativ um den Hals zu hängen, um zum Beispiel ein langweiliges T-Shirt auf zu peppen.

Wolle: Sedaca
Anleitung: Wollerey
Fertige Größe: 190cm x 45cm
Weitere Fotos: Ranketuch

 

Schwabsburg

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beschauliches Schwabsburg

Am Wochenende (4./5. Juni) fand das 7. Schwabsburger Wollfest statt. Schwabsburg ist ein beschaulicher, kleiner Ort bei Nierstein und liegt, umgeben von Weinbergen, im schönen Rheinhessen, zwischen Worms und Mainz.

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der „Eingang“

Ich habe den Besuch des Wollfestes mit einem Wochenendbesuch bei meiner Schwester in Mainz verbunden. Das ist immer toll! Anders wäre es mir aber auch zu weit von hier aus. Wir sind Samstagmorgen nach Nierstein gefahren, haben, wie immer, am Bahnhof geparkt und auf den Shuttlebus gewartet. An sich eine gute Sache, der Shuttlebus, denn der Ort selbst ist sehr klein und es gibt nur wenige Parkplätze. In den Vorjahren kostete eine Fahrt mit dem Shuttle 2 €. Nicht billig, aber ein durchaus akzeptabeler Preis. Dieses Jahr kostete eine Fahrt 3 €, meine lieben Organisatoren – falls sich vielleicht die ein oder andere auf meine Seite verirrt und hier mitliest – , das ist eine Preiserhöhung von 50%! Nun habe ich keine Ahnung, was die Organisation des Shuttlebusses mit Benzin, Versicherung und Blablabla kostet und ich verstehe, dass die Fahrerin auch ein Trinkgeld möchte … aber ehrlich, 3 € für eine ca. 6 km lange Fahrt, überschreitet meine Schmerzesgrenze in solchen Dingen. Ich war total überrumpelt und habe, leicht verdaddert und zähneknirschend den Preis bezahlt, aber sollten wir noch einmal einen Besuch zum Schwabsburger Wollfest einplanen, dann werde ich mir sehr sicher die Mühe machen und mich vorher über Alternativen informieren. Das war ein weniger guter Auftakt des Tages.

Aber in Schwabsburg war es wieder wunderschön. Beim „Eingang“ zum Wollmarkt haben wir noch eine Freundin meiner Schwester getroffen und sind dann zu dritt weiter. Es gab, schlingernd durchs ganze Ort, wie an einer Perlschnur aufgereihte Stände mit Wolle (hauptsächlich handgefärbt, wenig Industriewolle), Fasern, Spinnrädern, Spindeln, Büchern, Schmuck, Keramik. Man konnte auch fertig Gewebtes, Gestricktes, Gehäkeltes, Gefilztes, handgemachte Seifen und Cremes, Dekoartikel und Glasperlen kaufen. Sehr, sehr viel Auswahl also! Wer genau wissen will, welche Aussteller da waren, kann das hier sehen: http://www.schwabsburger-wollfest.de/markt/ .

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erst: Nein, bloss kein Foto … und dann wird extra für’s Foto rumgeblödelt 😉

Trotz der eher schlechten Wettervorhersagen, es gab auch tatsächlich etwas Regen um die Mittagszeit – ok, es war schon ein ziemlicher Schutt – war ganz schön was los. Nach meinem Gefühl sogar mehr als voriges Jahr. Es spricht sich scheinbar immer mehr rund und der Markt hat es auch absolut verdient! In der alten Scheune, in der sonst der Theaterverein spielt, sollten Workshops stattfinden, davon habe ich allerdings nichts gesehen. Stattdessen gab es dort und im Hof (als wir da waren, schüttete es aber grade) Kaffee und Kuchen von den Landfrauen. Durchschnittlich 3,50 € für einen ordentlichen Pott (guten!) Kaffee und ein schönes Stück Kuchen, da kann man nicht meckern! Bei zwei Höfen im Ort gab es auch Herzhaftes und Wein, aber das Angebot haben wir dieses Jahr nicht genutzt.

Gekauft haben wir natürlich auch … Glasperlenschmuck, Filzschmuck und … Wolleeeeee 😉

Bei der Sockenwolle hoffe ich sehr, dass sich das Muster der Färbung so entwickelt, wie bei der ausgestellten Socke. (Leider, oder blöderweise, oder leider und blöderweise habe ich davon kein Foto gemacht) Die Aussenaufnahmen mit dem Handy gestalteten sich wiedermal als etwas schwierig, da ich auf dem Display nur selten erkennen kann, was ich da eigentlich genau mit auf’s Bild kriege. Bei der Wollerey haben wir dann jeder noch 2 Strängelchen feinste italienische Seide mit Anleitung für ein ebenso feines Lochmustertuch erstanden. Also das heisst, die Seide durften wir sofort mitnehmen, auf die Anleitung, die uns per Email zugesand werden soll, warten wir noch. Ein bisschen unverständlich das Ganze und auch nicht besonders kundenfreundlich. Die Wollerey verkauft gerne Kits, also Anleitung mit der entsprechenden Wolle, wieso sie da dann nicht einfach schon ausgedruckte Anleitungen dabei hat, verstehe ich nicht. Voriges Jahr habe ich bei dem Isagerstand auch ein sogenanntes Kit gekauft, da gab es die Anleitung, gedruckt auf sogar richtig schönem Papier, gleich mit dazu in die Tüte. Mein Mann sagt, dass sei eine Masche um legal an Email-Adressen zu kommen. Schulterzuck. Ich hab‘ eh den Newsletter von ihr abonniert. Ich fand es halt in sofern schade, dass wir uns nicht abends zusammen setzen konnten zum Wolle wickeln und gemeinsamen Anstricken der Tücher. Kein Drama, aber wäre nett gewesen.

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Geld war dann mehr als alle … gut, dass man bei einigen, den professionelleren, Händlern mit Karte zahlen kann. Ich habe natürlich doch wieder mehr ausgegeben als geplant, dabei brauchte ich ja eigentlich gar nichts. Aber die Verführung ist einfach immer zu gross. Was mich ein bisschen ärgert ist, ich wusste, ich wollte doch noch was … unbedingt … genau, ich wollte doch noch was kaufen bei Wolleverliebt (da kann man zum Beispiel freundlicherweise mit Karte zahlen *grins*), das fiel mir aber leider leider erst auf dem Heimweg wieder ein. Mann, mann, mann, wenn mich mein Gedächtnis schon beim Wollekaufen im Stich lässt … blök.  Gut, dass man bei ihr auch online einkaufen kann. 🙂

Alles in allem ein sehr schöner Tag, es hat Spaß gemacht und ich kann das Schwabsburger Wollfest nur wärmstens weiterempfehlen!!!

 

Wolle kommt von wollen

Die riesigen Stoffmärkte, die 2 – 3 mal im Jahr in Kerkrade (NL) stattfinden, sind ja schon weit und breit bekannt. Gestern war es dann so weit und wurde nun auch der erste Wollmarkt in Kerkrade organisiert. Es waren lange nicht so viel Stände und auch nicht so viel Besucher wie bei den Stoffmärkten, aber so eine Sache muss ja auch wachsen. Ich hoffe … und wünsche es den Standhaltern ebenso wie der Organisation … dass der Wollmarkt bald genauso bekannt und erfolgreich wird wie der Stoffmarkt! Continue Reading