Ein Jahr ohne Kleiderkauf

… dieses Motto kursiert seit geraumer Zeit immer wieder durchs Netz. Wie die meisten von euch wahrscheinlich wissen, geht es dabei um ein Boykott der westlichen Kleidungsindustrie, die in Billiglohnländern Näherinnen ausbeutet, Kinderarbeit ausnutzt und den Kram dann hier bei uns teuer verkaufen oder in den typischen Ramschläden en Masse anbieten.

Als mich die diversen Berichte etc. zum Thema durch verschiedene Medien erreichten,  fühlte auch ich mich in meinem Konsumverhalten ganz klar angesprochen. Wie oft habe ich nicht gedacht, och, das T-shirt oder so ist aber günstig, grade im Ausverkauf etc, das nehme ich mit! Pang, unbewusst mit Schuld an der Ausbeutung! Jetzt könnte man zwar sagen, da hättest du aber auch eher drauf kommen können, dazu hätte es nicht erst zum Beispiel so ein dramatischen Unglück wie in Bangladesh gebraucht. Ja, hätte ich, hab ich aber nicht. Immerhin ist die Erkenntniss trotzdem zu mir durchgedrungen und mit ihr der Wunsch, etwas zu verändern.

Und schwubs stand ich vor dem Dilemma, dass sich natürlich für die „Ausgebeuteten“ nichts bessert dadurch, dass ich nichts (oder wenig) kaufe, im Gegenteil, wenn ganz Viele aus den reichen Industrieländern zu Kaufverweigerern werden, verlieren die Näherinnen in Indien etc. vielleicht ihre Arbeit und das wäre für sie auch sehr dramatisch. Aber was kann ich tun? Nicht wirklich viel. Doch wenigstens unterstütze ich mit meiner Kaufverweigerung nicht länger die Produzenten, die sich an der Ausbeutung schuldig machen und mache mich zumindest nicht länger mitschuldig!

Das waren jetzt so ganz kurz gefasst meine Überlegungen zum Thema, vor einem Jahr. Inzwischen ist das erste Jahr rum … und ich laufe immer noch nicht nackig durch die Gegend, Hurra! Na ja, zum einen ist mein Kleiderschrank noch ganz gut mit Klamotten gefüllt (wovon ich maximal ein Drittel wirklich trage!) und zum anderen hat es mich wieder an meine Nähmaschine getrieben. Selbermachen statt Kaufen soll mein neues Motto sein!

Jetzt kann man selbstverständlich monieren, dass bei der Herstellung der Stoffe, also damit mein ich jetzt alles – vom Anbau der Grundstoffe bis zum Weben und Färben, also so weit bis ich den Stoff kaufen kann – genauso Arbeiter, Erwachsene wie Kinder, ausgebeutet werden. Vielleicht sogar noch schlimmer als in den Nähfabriken. Ja, das ist so, leider!

Nun denn, gestrickt habe ich schon immer viel, jetzt nähe ich also auch Kleidung für mich. Hosen kann ich noch nicht – aber das werde ich bestimmt bald mal in Angriff nehmen! Was ich kann sind: Oberteile, Kleider, Jacken, Taschen und so! Davon demnächst mehr …

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